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Ölpressung ohne
Sauerstoff,
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Fettwissen schafft Klarheit und zahlt sich aus

Wie entsteht aus Pflanzen-Zellen Fett?
Die Verdauung und der Transport
Die Anzahl der Kohlenstoffatome bestimmt die Kettenlänge
Die einzelnen Fettsäurenarten und ihre Unterschiede
Der Einbau der Fettsäuren in die Zellen

Häufig verwendete Abkürzungen
Einteilung tierischer und pflanzlicher Fettsäuren

Wie entsteht aus Pflanzen-Zellen Fett?

Vorraussetzung für das Pflanzenleben und damit natürlich auch für unsere Existenz ist die wunderbare Eigenschaft der Pflanzen, die Kraft der Sonne „abernten“ zu können (Photosynthese).

Externer Link: Photosyntese

Pflanzen sind Lichtsammler und dank Chlorophyll (macht die Pflanzen grün) können die Lichtwellen der Sonne (Photo) genutzt werden, um zusammen mit Kohlensäure, Wasser und Sauerstoff organische Substanzen wie Glukose (Einfachzucker) und Stärke aufzubauen (Synthese). Chemisch gesehen setzt sich Zucker und Stärke aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen zusammen. Energetisch wird das Sonnenlicht in Biophotonen umgewandelt, die entscheidende Steuerungsaufgaben im Körper übernehmen.

Externer Link: Internetseiten des Internationalen Institutes für Biophysik und der Firma Biophotonik

Da Glukose die gleichen Baustoffe wie Fett hat, können die Zuckermoleküle in Fett umgewandelt und in den Speicherzellen der Frucht oder des Samens deponiert werden. Umgekehrt kann Fett wieder in Zuckermoleküle umgebildet werden, um daraus Energie herzustellen.

Vom Molekül zum Fett

  • Hauptbestandteil der Fette und Öle sind mit ca. 90% die Triglyceride (Neutralfette). Weitere Nahrungsfette bzw. fettähnliche Substanzen sind Cholesterin, fettlösliche Vitamine und Phospholipide. 

  • Die chemischen Elemente, aus denen ein Triglycerid besteht, sind Kohlenstoff, Wasserstoff und ein wenig Sauerstoff.

  • Physikalisch gesehen bestehen Triglyceride immer aus dem gleichen Grundmuster: Ein Glycerinmolekül ist mit drei Fettsäuren verbunden. Eine Kette dieser Triglyceride bildet das Gerüst der Fettsäuren.
     

Fettsäuren sind wandelfähig und können
unterschiedliche Verbindungen eingehen

  • Im Organismus können die Triglyceride, je nach Aufgabe, zu freien Fettsäuren, dreiwertigem Alkohol und Mono- bzw. Duoglyceriden abgebaut werden.

  • Der Grad der Sättigung und wie die Fettsäuren miteinander verbunden sind, entscheiden über deren Aufgaben und Eigenschaften. Es gibt gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Triglyceride.

Daneben können sich auch unterschiedliche Fettsäurearten miteinander verbinden. Das LDL-Cholesterin ist z.B. eine Mischung aus Cholesterin, Phospholipiden, Triglyceriden und Eiweiß.

Die Kette der Kohlenstoffatome kann verlängert und verkürzt werden.

Aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren können höher ungesättigte Fettsäuren gebildet werden.

Diese Wandelbarkeit ermöglicht es dem Stoffwechsel, eine große Anzahl unterschiedlicher Fettsäuren und Fettsäurenverbindungen für die verschiedensten Aufgaben herzustellen.

  • Neben der Ernährung werden Triglyceride (wie auch Cholesterin) in der Leber hergestellt. Zum größten Teil verwendet die Leber hierfür überschüssige Kohlenhydrate. Vor allem durch leicht resorbierbare Kohlenhydrate wie Zucker und Alkohol steigt die Konzentration im Blut an. Ca. 80% dieser Kohlenhydrate werden zunächst in Fett umgewandelt.
     

  • Speicher der Triglyceride sind Fettzellen. Etwa 30 Milliarden solcher Energiespeicher besitzt ein Erwachsener (Übergewichtige bis zu 120 Milliarden).
     

  • Ein normalgewichtiger 70 kg schwerer Mann verfügt über etwa 100.000 bis 130.000 kcal in Form von Triglyceriden (etwa 11-14 kg des Körpergewichts).
     

  • Die wichtigsten Lagerstätten sind Bauch, Muskulatur, Leber, Bindegewebe und Unterhaut. Von dort können Triglyceride bei Bedarf durch fettspaltende Enzyme (Lipasen) wieder freigesetzt werden.

Die Verdauung und der Transport

Die Fettverwertung findet vor allem im Dünndarm statt. Durch die Nahrung nehmen wir Cholesterin und Fettsäuren unterschiedlicher Kettenlänge und Sättigung auf. Vor der Enzymtätigkeit im Dünndarm werden die Fettbestandteile durch Gallensalze emulgiert, wodurch kleinste Fetttröpfchen entstehen. Danach sind es vor allem Lipasen (Esterasen),  die wesentlich zur Verdauung beitragen und diese beschleunigen. Diese fettspaltenden Enzyme werden in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und haben die Aufgabe, die Fetttröpfchen in ihre Bestandteile zu spalten. Das sind im einzelnen Cholesterol, Lezithin, fettlösliche Vitamine. Aus den Triglyceriden werden freie Fettsäuren, Diglyceride, Monoglyceride und Glycerin abgespalten. Danach umhüllt die Gallensäure die Fettpartikel (Mizellen), so dass die wasserabweisenden Fette in die Darmschleimhaut transportiert werden können. 

Organ

Enzym

Wirkung

 

Mund

Zungengrund-Lipase

Wird erst im Magen aktiv, da dort ihr ph-Optimum liegt. Vor allem für Säuglinge spielt dieses Enzym eine Rolle (fördert die Milchverdauung). Danach spielt die Zungengrund-Lipase für die Fettverdauung nur noch eine untergeordnete Rolle.

Magen

Magen-Lipasen (Tributyrinase)

Beginnender Abbau der Fettsäuren. Mechanisch getrennt werden Diglyceride, freie Fettsäuren und mittelkettige Fettsäuren.

Der Dünndarm ist unser wichtigstes Fettverdauungsorgan. Vor der Enzymtätigkeit werden die Fette durch Gallensalze emulgiert, da diese die Aufnahme von Fett im Darm erleichtern.

Pankreas-Lipase

 

Triglyceride werden umgewandelt in Diglyceride, Monoglyceride, freie Fettsäuren und Glycerin.

Cholesterinesterase

 

Spaltet Nahrungscholesterin (Cholesterinester) in freies Cholesterin und Fettsäuren und ermöglicht so deren Resorption.  

Phospholipasen

 

Spalten Phospholipide (vor allem Lecithin) in Glycerin, freie Fettsäure, Phosphorsäure und Cholin.

 

Nach der Zerlegung in die einzelnen Bestandteile erfolgt die Absorption, das heißt die Nährstoffaufnahme aus dem Darm in den Körper. Diese findet vor allem in den oberen Abschnitten des Dünndarms statt. Wie die freien Fettsäuren absorbiert werden, ist von der Kettenlänge abhängig.

Die Anzahl der Kohlenstoffatome bestimmt die Kettenlänge

  1. kleiner als 6 C-Atome: kurzkettige Fettsäuren (short chain tryglycerides / SCT)

  2. bis 12 C-Atome: mittelkettige Fettsäuren (middle chain tryglycerides / MCT)

  3. mehr als12 C-Atome: langkettige Fettsäuren (long chain tryglycerides / LCT)

und die Kettenlänge der Fettsäuren bestimmt, wie das Fett im Körper verstoffwechselt wird.

Kurz- und mittelkettige Fettsäuren sind immer gesättigte Fettsäuren. Durch ihre kleinere molekulare Struktur werden sie rascher vom Magen und den Schleimhautzellen (Mucosazellen) verdaut und resorbiert. Sie benötigen keine Gallenflüssigkeit und nicht die Vielzahl von fettspaltenden Enzymen, da sie in ihrer ursprünglichen Form und Größe verstoffwechselt werden. Auch sind sie wasserlöslich, so dass sie ohne den Umweg über die Lymphe ins Blut und in die Leber gelangen. Da sie sehr leicht verdaulich sind, werden sie als diätische Maßnahme bei Fettverwertungsstörungen eingesetzt. Sie haben aber noch weitere Vorteile gegenüber langkettig gesättigten Fettsäuren. Sie fördern den Gewichtsverlust, senken Blutfettwerte, wehren Viren, Bakterien und Pilze ab und sind für Sportler eine sofortige Quelle für Energie.

 Ausführlich sind die kurz- und mittelkettigen Fettsäuren in der Broschüre: „Natives, kaltgepresstes Kokosfett“, beschrieben.

Langkettige Fettsäuren benötigen Gallenflüssigkeit und fettspaltende Enzyme (Lipasen), damit sie resorbiert werden können. Danach müssen sie mit einer Eiweißhülle (Transporteiweiße) ummantelt werden, da das Blut zum größten Teil aus Wasser besteht und Fette sehr schlecht wasserlöslich sind. Über die Lymphe gelangen die Fettsäuren in den Blutkreislauf, wo sie weiter in die Leber und Zellen transportiert werden. Solche Fett-Eiweißkomplexe nennt man Lipo-Proteine.

 Folgende Lipo-Proteine sind dafür zuständig: VLDL transportiert Triglyceride zum Fettgewebe und zur Muskulatur. LDL befördert Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen. HDL sammelt verbrauchtes Cholesterin wieder auf und bringt es von den Körperzellen zurück in die Leber. Von Chylomikronen werden Nahrungsfette aus dem Darm über das Lymphsystem in die Blutbahn transportiert.

 Bei weitem am häufigsten kommen die langkettigen Fettsäuren vor (Ausnahme: Kokosfett, Palmölfett). Bei tierischen Fetten sind es die langkettig gesättigten Fettsäuren und die einfach ungesättigten Fettsäuren. In pflanzlichen Ölen und deren Produkten überwiegen die langkettig ungesättigten Fettsäuren.

Der Unterschied zwischen den gesättigten Fettsäuren und den ungesättigten Fettsäuren

Die gesättigten Fettsäuren

Grundsätzlich enthalten alle natürlichen Nahrungsmittel immer eine Mischung aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren erkennt man daran, dass das Fett bei Zimmertemperatur fest ist. Chemisch betrachtet sind bei den gesättigten Fettsäuren alle Kohlenstoffatome der Fettsäurenkette mit Wasserstoff belegt und am Ende der Kette mit Sauerstoffatomen besetzt.

Beispiel: (4:0) Buttersäure (kurzkettig). Sie hat eine Kettenlänge von 4 Kohlenstoffatomen und 0 freie Bindungsstellen. Die Bezeichnung lautet deshalb (4:0) Buttersäure.


Bei weitem am häufigsten kommen die langkettigen Fettsäuren vor (Ausnahme: Kokosfett, Palmölfett). In pflanzlichen Ölen und deren Produkten überwiegen die langkettig ungesättigten Fettsäuren. Bei tierischen Fetten die langkettig gesättigten und die einfach ungesättigten Fettsäuren.

Aufgaben: Wie der Name schon ausdrückt, sind gesättigte Fettsäuren satt und reaktionsträge. Ihnen fehlen die freien Plätze, an denen sich andere Substanzen andocken können, um die Funktion der Fettsäure zu verändern (siehe Abb. unten).

  • Zu den wichtigsten Aufgaben der gesättigten Fette zählt es, zusammen mit den Kohlenhydraten den Energiebedarf zu decken.

  • Sie sind wichtiger Bestandteil der Zellmembranen. Sie verleihen ihr die erforderliche Steifigkeit .

  • Daneben sind sie wichtiger Bau- und Strukturstoff.  

Vorkommen: 

(4:0) Buttersäure, (6:0) Kapronsäure, (8:0) Kaprylsäure, (10:0) Kaprinsäure, (12:0) Laurinsäure, (14:0) Myristinsäure, (16:0) Palmitinsäure, (18:0) Stearinsäure, (20:0) Arachinsäure, (22:0) Behensäure, (24:0) Lignozerinsäure, (26:0) Cerotinsäure, (28:0) Montansäure, (30:0) Melissinsäure.

Enthalten: Tierische Fette, in tropischen Ölen, in festen Fettsorten (z.B. Margarinen, Butter).

Die ungesättigten Fettsäuren

Bei ungesättigten Fettsäuren sind nicht alle Kohlenstoff-Atome mit Wasserstoff-Atomen verbunden. An diesen Stellen entstehen eine oder mehrere Kohlenstoff-Doppelbindungen.

Bestimmt werden kann die Anzahl der Doppelbindung durch die Jodzahl (JZ). Jod hat die Eigenschaft sich an den Doppelbindungen anzulagern. Je höher die Jodzahl, pro hundert Gramm Lebensmittel ist, desto höher ist Gehalt an Doppelbindungen bzw. der ungesättigten Fettsäuren.

Die höchsten Anteile an ungesättigten Fettsäuren haben Pflanzenöle, allerdings in unterschiedlichen Anteilen. Olivenöl hat z.B. sehr viel Ölsäure (ca. 75%), eine einfach ungesättigte Fettsäure. Sie hat eine freie Doppelbindungsstelle. Diese befindet sich am 9. und 10. Kohlenstoffatom (Omega-9 oder auch n-9 Fettsäuren).

Abb.: (18:1) Ölsäure (langkettig)

Sonnenblumenöl ist mit einem Anteil von  60% reich an der zweifach ungesättigten Linolsäure. Sie hat zwei freie Bindungsstellen. Die erste davon befindet sich am 6. und 7. Kohlenstoffatom (Omega-6, n-6 Fettsäuren).

Beispiel: (18:2) Linolsäure (langkettig und essentiell)

Leinöl hat mit 55 % den höchsten Gehalt an der dreifach ungesättigten Linolensäure. Sie hat drei freie Bindungsstellen. Die erste davon befindet sich am 3. und 4. Kohlenstoffatom (Omega-3, n-3 Fettsäuren).

Abb.: (18:3) Alpha-Linolensäure (langkettig und essentiell)

Dank der freien Plätze an der Doppelbindung sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren reaktiver als gesättigte Fettsäuren, da sie an den Doppelbindungen Substanzen anbinden können. Durch diese Eigenschaft können sie  eine Vielzahl unterschiedlicher und zum großen Teil lebenswichtiger Aufgaben wahrnehmen können.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 9-Fettsäuren)

(16:1) Palmitoleinsäure, (18:1) Ölsäure, (20:1) Icosensäure, (22:1) Erucasäure, (24:1) Nervonsäure.

Vorkommen: Der höchste Anteil ist mit 70% Ölsäure in Olivenöl vorhanden, gefolgt von Rapsöl (60%), Sesamöl (40%) Haselnussöl
( 47,6 %) und Erdnussöl (46,3%).

Die höchsten Anteile an ungesättigten Fettsäuren haben Pflanzenöle, allerdings in unterschiedlichen Anteilen. Olivenöl hat z.B. sehr viel Ölsäure (ca. 75%), eine einfach ungesättigte Fettsäure. Sie hat eine freie Doppelbindungsstelle. Diese befindet sich am 9. und 10. Kohlenstoffatom (Omega-9 oder auch n-9 Fettsäuren).

Abb.: (18:1) Ölsäure (langkettig)

Eigenschaften: Sehr gesunde Art den Energiebedarf zu decken. Wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System, da es schlechte Cholesterinwerte bessert. Allerdings ist auch diese Fettsäurenart nicht essentiell.
 

Zweifach ungesättigte Fettsäuren

(18:2) Linolsäure, Familie: Omega 6

Vorkommen: Distelöl (73,9%), Sonnenblumenöl (61%), aber auch in Margarine (30-40%).

Sie hat zwei freie Bindungsstellen. Die erste davon befindet sich am 6. und 7. Kohlenstoffatom (Omega-6, n-6 Fettsäuren).

Beispiel: (18:2) Linolsäure (langkettig und essentiell)

Bei diesen Fettsäuren handelt es sich um essentielle Fettsäuren. Das heißt, sie sind durch keinen Stoffwechselvorgang kopier- oder herstellbar und müssen deshalb in einer ausreichenden Menge mit der Ernährung zugeführt werden.

Dreifach ungesättigte Fettsäuren

Leinöl hat mit 55 % den höchsten Gehalt an der dreifach ungesättigten Linolensäure. Sie hat drei freie Bindungsstellen. Die erste davon befindet sich am 3. und 4. Kohlenstoffatom (Omega-3, n-3 Fettsäuren).

Abb.: (18:3) Alpha-Linolensäure (langkettig und essentiell)

Bei diesen Fettsäuren handelt es sich um essentielle Fettsäuren. Das heißt, sie sind durch keinen Stoffwechselvorgang kopier- oder herstellbar und müssen deshalb in einer ausreichenden Menge mit der Ernährung zugeführt werden.

Dreifach ungesättigte Fettsäuren   

(18:3) Alpha-Linolensäure, Familie: Omega 3
(18:3) Gamma-Linolensäure, Familie: umgewandelt aus Omega 6 

Vorkommen:
Alpha-Linolensäure: Leinsamenöl, Hanföl, Walnussöl, Wildtiere
Gamma-Linolensäure: Borretschöl, Nachtkerzenöl, Hanföl

Höchst ungesättigte Fettsäuren
 

Wissenschaftler streiten sich darum, ob die höchst ungesättigten Fettsäuren ebenfalls essentiell sind. Nimmt man die Definition von essentiell - als von keinem Stoffwechselvorgang kopier- oder herstellbar - wörtlich, sind die folgenden Fettsäurearten nicht essentiell. So kann der Organismus die nur in tierischen Produkten vorkommende Arachidonsäure auch aus der Linolsäure aufbauen und die Eicosapentaensäure und die Docosahexaensäure, die in Kaltwasserfischen in hohen Konzentrationen enthalten sind, aus der Alpha-Linolensäure  herstellen. Aus diesem Grund haben Veganer, die ausschließlich pflanzliche Lebensmittel essen, keine Mangelerscheinungen, wenn sie ausreichend hochwertige Speiseöle zuführen.   

Vierfach ungesättigte Fettsäuren   

(20:4) Arachidonsäure, Familie: Omega 6         

Vorkommen: Können aus der Linolsäure (Omega-6 Fettsäure) gebildet werden. Hohe Mengen an der Arachidonsäure nimmt man direkt mit tierischen Produkten, wie zum Beispiel Fleisch und Wurst, Käse, Eigelb und etwas mit Milchprodukten auf. 

Fünffach ungesättigte Fettsäuren

(20:5) Eicosapentaensäure, Familie: Omega 3

Sechsfach ungesättige Fettsäuren

(22:6) Docosahexaensäure, Familie: Omega 3

Vorkommen: 5- und 6-fach ungesättigte Fettsäuren werden durch Umwandlungsprozesse aus der Omega-3 Fettsäure gebildet. Kommen in der „reinen“ Form in fettreichem Fisch, Fischöl und in geringem Maße im Fett von Wildtieren vor.

Häufig verwendete Abkürzungen im Zusammenhang mit Fettsäuren 

∆-Zeichen (Delta)

Position der Doppelbindung(en), z.B.  ∆-9 für Ölsäure und ∆-6,12,15 für die alpha- Linolensäure

ALA

Alpha-Linolensäure

C12, C14,
C16, C 18 etc.

Anzahl der in einer Fettsäure miteinander verbundenen Kohlenstoffatome

C18: 2

Bsp. Linolsäure: die 2 steht für die Anzahl der Doppelbindungen, bei der Alpha-Linolensäure ist die Bezeichnung C 18:3  

C18:2 n-6  

n-6 steht für die Position der ersten Doppelbindung, bei der Alpha-Linolensäure ist die erste Doppelbindung auf der Position n-3

cis-Form

natürliche Form der ungesättigten Fettsäuren (gekrümmt) bei der die Atome parallel zu einander liegen (Gegensatz trans-Form)

CLA

conjugated linoleic acids, konjugierte Linolsäure

DGE

Deutschen Gesellschaft für Ernährung

DGLA

Dihomogamma-Linolensäure

DHA

Docosahexaensäure

EPA

Eicosapentaensäure

EUFS

einfach ungesättigte Fettsäuren

FFS

freie Fettsäuren

GFS

gesättigte Fettsäuren

GLA

Gamma-Linolensäure

HDL

high density lipoproteins, HDL-Cholesterin, Lipoproteine hoher Dichte

JZ / Jodzahl

Bestimmgröße für die Anzahl der Doppelbindungen

kbA

kontrolliert biologischer Anbau

Kcal

Kilokalorien

KJ

Kilojoule

LA

Linolsäure

LDL

low density lipoproteins, Lipoproteine niedriger Dichte

LDL

low density lipoproteins, LDL-Cholesterin, Lipoproteine niedriger Dichte

MUFA

Mono Unsaturated Fatty Acids, einfach ungesättigte Fettsäuren

MUFS

mehrfach ungesättigte Fettsäuren

n6/n3-Ratio

Verhältnis von n6-Fettsäuren zu n3-Fettsäuren

PUFA

Poly Unsaturated Fatty Acids, mehrfach ungesättigten Fettsäuren

SFA

Saturated Fatty Acids, gesättigte Fettsäuren

SZ / Säurezahl

Maß für den Gehalt an freien Fettsäuren

TFA

trans fatty acid, trans-Fettsäuren

trans-Form

Oft durch die Fetthärtung ungünstig veränderte ungesättigte Fettsäure. Geradlinige Struktur der Fettsäure, bei der die Atome einander gegenüber stehen (Gegensatz cis-Form)

VHDL

very high density lipids, Lipoproteine sehr hoher Dichte

VLDL

very low density lipids, Lipoproteine sehr niedriger Dichte

VZ

Verseifungszahl (Maßzahl für die in einem Fett vorkommenden gebundenen und freien Säuren)

Der Einbau der Fettsäuren in die Zellen

Fettsäuren sind zweifellos ein wichtiger Baustein für unseren Körper. Dennoch ist deren Einfluss auf die Gesundheit viel komplizierter und verwirrender als bei anderen Energie- und Baustoffen. Es gibt aber eine Quintessenz, die die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft auf drei Gesichtspunkte komprimiert. 

  1. Unser Stoffwechsel baut die zugeführten Fettsäuren (auch die schädlichen wie oxidierte- und trans-Fettsäuren) in ungefähr dem Verhältnis in den Körper und die Zellwände ein, wie sie in unserer Nahrung enthalten sind.
     

  1. Unser Stoffwechsel braucht alle Fettsäuregruppen, aber in einem in einem ausgewogenen Verhältnis. Zuviel ungesättigte Fettsäuren können ebenso ungesund sein, wie ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren.   
     

  1. Nicht nur die Zusammensetzung der zugeführten Fette und Öle ist entscheidend für unseren Körper, sondern auch die Art und Weise der Herstellung und wie sehr es uns gelingt, die Fettsäuren und anderen Inhaltsstoffe zu erhalten.

Siehe auch:  Wichtig für den Zellaustausch

Externer Link: Links zum Thema Fettsäuren
 

Einteilung tierischer Fette

Talg

Talg hat einen hohen Schmelzpunkt und wird durch das Schmelzen von Rind- Schafen- oder Hammelschlachtteilen gewonnen (z.B. Rindertalg, Nierentalg, Rindernierenfett). 

Schmalz 

Schmalz hat einen niedrigeren Schmelzpunkt als Talg (25-50° C). Wie beim Talg werden die fettreichen Schlachteile vom übrigen Fleisch abgetrennt und geschmolzen. Es wird als Schweineschmalz, Gänseschmalz, Entenschmalz, Flomenschmalz (Bauchwandfett von Schweinen)  Griebenschmalz (Grammelschmalz) in den Handel gebracht. 

Butter 

Butter besteht zu mindesten 82% aus Milchfett. Das Milchfett (Sahne, Rahm) wird durch zentrifugieren (Separator, schleudern) von den übrigen Milchbestandteilen getrennt und anschließend pasteurisiert und zu Butter in der Buttermaschine geschlagen. 

Tran, Seetierfette, Fischöl 

Tran wird aus dem Fettgewebe von Fischen und Säugetieren des Meeres (Wal, Robbe, Seehund) durch Erhitzen, Pressen und Schmelzen gewonnen. Lebertran stammt aus der Leber von Kabeljau, Dorsch, Heilbutt, Wal und Schellfisch. Fischöle, die als Nahrungsergänzung angeboten werden, stammen aus fettreichen Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering oder Makrele. Sie enthalten die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). 

Knochenmark 

Das stark fettreiche Knochenmark befindet sich in den Hohlräumen der Knochen (Ausnahme Rückenmark). Es wird durch Kochen aus den zerkleinerten Knochen gewonnen. 

Klauenöl (Neatsfoot-Oil) 

Klauenöl ist das Fett aus den Fußknochen von Pferden, Rindern oder Schafen. Nach dem entfernen der Hufe wird es durch Auskochen bzw. Extraktion von den Knochen getrennt. Es wird in der Lederpflege eingesetzt. 

Wollfett 

Wollfett ist Bestandteil der Tierwolle (meist aus Schafwolle gewonnen) und schützt das Tier vor Feuchtigkeit und dem Austrocknen der Wollfasern. Lanolin, das gereinigte Wollfett, wird durch Auswaschung, Ansäuern, Emulgieren, Zentrifugieren und Umschmelzen hergestellt.

Einteilung pflanzlicher Fette

Algenöle

Algenöl (z.B. als Mikroalge Ulkenia) ist wie Fischöl eine gute Quelle für die langkettige, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA).

Fruchtfleischfette

Fruchtfleischfette werden aus Früchten gewonnen die einen hohen Fettanteil haben.

Im Handel erhältlich sind: Olivenöl, Palmöl, Avokadoöl, Sandornöl

Samenöle 

Samenöle und –fette sind die am häufigsten im Handel erhältlichen Produkte. Die Samen, können im Gegensatz zu den aus Fruchtfleisch hergestellten Ölen, wesentlich länger gelagert werden und sie sind auch mechanisch vor dem Verderb geschützt. Fast alle Samen, Nüsse und Kerne können zur Öl- und Fettherstellung mechanisch gepresst oder industriell extrahiert werden.

Im Handel erhältlich sind: Arganöl, Aprikosenkernöl (Marillenkernöl), Baumwollsamenöl, Borretschöl (Boretschsamenöl), Distelöl, Erdnussöl, Haselnussöl, Hanföl, Hagebuttenkernöl, Holundersamenöl, Jojobaöl, Johannissamenöl, Kokosöl / Kokosfett, Kukuiöl, Kiwisamenöl, Kürbiskernöl, Leinöl, Leindotteröl, Macadamiaöl, Mandelöl, Mohnöl, Nachtkerzenöl, Palmöl, Palmkernöl, Pfirsichkernöl, Rapsöl, Reisöl, Rizinusöl,  Sanddornkernöl, Senföl (Schwarzkümmelöl,  Sesamöl, Sheaöl / Sheabutter, Sojaöl,  Sonnenblumenöl, Walnussöl,  Traubenkernöl, Weizenkeimöl, Zedernöl

Keimöle

Keimöle werden aus den Getreidekeimlingen gewonnen.

Im Handel erhältlich sind: Rapskeimöl, Weizenkeimöl, Maiskeimöl, Reiskeimöl, Sojakeimöl, Sonnenblumenkeimöl

Kräuteröle

Kräuteröle entstehen dadurch, dass Kräuter wie Bärlauch, Knoblauch, Zwiebeln, Dill, Majoran, Lorbeerblätter, Wacholder, Basilikum Zitronenmelisse, Fenchel, Koriander, Dill, Salbei, Rosmarin, Schnittlauch, Pfefferminze, Thymian oder Estragon dem Speiseöl zugegeben wird und man die Mischung ein paar Wochen ziehen lässt. Je nach Art des Krauts und der Konzentration wird es als Speiseöl oder als Heilmittel verkauft.

Margarine

Die Margarine ist ein raffiniertes Streichfett, das vor allem aus gehärteten und ungehärteten Pflanzenfetten und Wasser besteht. Da sich Wasser und Fett nur sehr schwer miteinander verbinden, ist es ein reines Kunstprodukt, das nur durch viele industrielle Arbeitsschritte hergestellt werden kann. Als Öle werden verwendet: Baumwollsaatöl, Erdnussöl, Rapsöl, Maisöl, Sojabohnenöl, Sonnenblumenkernöl, Kokosöl, Palmöl.

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