Duftende Medizin
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Definiert werden ätherische Öle als stark
flüchtige Stoffwechselprodukte, die in den Öldrüsen der Pflanzen
hergestellt werden. Sie zählen zu den sekundären
Pflanzeninhaltsstoffen.
►Diese sind u.
a. für deren Fruchtbarkeit von Bedeutung, um Fraßfeinde
abzuschrecken oder nützliche Tiere anzulocken, Giftstoffe aus
der Pflanze auszuleiten und wichtig zur Abwehr von unerwünschten
Schädlingen wie Mikropilzen, Mikroben, Bakterien und Viren.
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Sogar auf
benachbarte Pflanzen haben ätherische Öle Einfluss, indem sie ihr
Wachstum entweder hemmen oder fördern.
►Das Prinzip der
„Abwehr“ mit ätherischen Ölen kann auch auf den Menschen
übertragen werden. Zwar können Pflanzen, Tiere und Menschen von
unterschiedlichen Erregern befallen werden – im Aufbau und in der
Struktur sind die meisten Mikroorganismen aber sehr ähnlich und
haben daher auch die gleichen Schwachstellen für eine Gegenwehr.
Die Therapie mit Pflanzen ist das
älteste Therapieverfahren überhaupt
Man könnte fast sagen, dass das
Wissen um deren Heilkräfte in unseren Genen gespeichert ist. Dies
sieht man bei wildlebenden Tieren, die die Heilkraft der Natur
noch instinktiv kennen. Bei Mangelerscheinungen nehmen sie ganz
bewusst mineralhaltige Erde, bestimmte Gräser, Wurzeln, Blätter
oder Rinde zu sich, um sich von den Beschwerden zu befreien.
Wir Menschen haben diese Fähigkeit
der instinktiven Auswahl weitgehendst verloren. Aber wir kennen
die Wirkungen der Pflanzen aus einer in Jahrtausenden gewachsenen
Erfahrungsheilkunde. Dieses traditionelle Wissen wird nicht nur in
der Naturheilkunde genutzt. Es gibt in jedem größeren
pharmazeutischen Unternehmen Wissenschaftler, die ausschließlich
Forschungsarbeiten mit Pflanzen betreiben. Auch dort kennt man die
offenkundige Fähigkeit der Natur, unsere Selbstheilungskräfte
anzuregen.
►Nur dass man in den Laboren versucht,
einzelne Stoffe oder Stoffgruppen zu isolieren, um sie in einem
nächsten Schritt künstlich herzustellen. Denn nur dadurch lassen
sich die Medikamente patentieren und gewinnbringend
vermarkten.
Eine Fülle von schulmedizinisch
genutzten Medikamenten ist aus diesen Forschungen hervorgegangen.
Bei vielen Stoffen könnte man sich allerdings die jahrelangen
Forschungen ersparen, würde man die Natur nicht kopieren, sondern
die heilbringenden Anteile als natürlichen Auszug direkt
einsetzen.
„Jeder dumme
Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt
können keinen herstellen“.
Arthur Schopenhauer
Einige
Beispiele für die Wirksamkeit von ätherischen Ölen:
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1 Tropfen einer hergestellten
Essenz, entspricht dem Wirkstoffgehalt von 50-100 Tassen Tee
(nach Rene A. Strassmann).
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Im
2. Weltkrieg setzte der Arzt Jean Valnet ätherische Öle zur
antiseptischen Wundbehandlung ein. Im Krankenhaus
München-Neuperlach werden ätherische Öle offiziell als
begleitende Therapie bei Wundbehandlungen wie z.B. Verbrennungen,
Intertrigo (Wundsein, Hautwolf) oder infizierten Wundrändern
eingesetzt.
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Selbst
eine mit 1:16.000 verdünnte Nelkenessenz ist unter
Laborbedingungen in der Lage, einen Tuberkelbazillus zu töten und
die Verdünnung einer Zimtessenz von 1:3.000 den Typhusbazillus.
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Thymol,
der Hauptbestanteil des Thymianöls
wirkt ca. 25mal stärker
antiseptisch als Phenol. Phenol wurde bereits 1865 von dem
Chirurgen Josef Lister als Antiseptikum eingesetzt und ist heute
Bestandteil vieler kommerzieller Putzmittel (Antisepsis sind alle
Maßnahmen zur Vernichtung, Inaktivierung und Wachstumshemmung von
Wundinfektionserregern). Vom gleichen Stoff genügt ein
ätherischer Auszug von nur 0,7 ml, um 1 Liter bakterieller
Nährlösung zu sterilisieren (nach Valney, J., 1982, The Practice
of Aromatherapy). Thymol hat sich in Untersuchungen als wirksam
gegen die Bakterien von Milzbrand, Typhus, Meningokokken,
Salmonellen und Staphylokokken erwiesen. Es wird auch seit langem
in der Tiermedizin zur Behandlung von Hautpilzinfektionen
eingesetzt.
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Duftstoffe werden über das Limbische
System direkt an unser Großhirn übermittelt. Dabei wirken sie
weit mehr als entspannend, sinnlich, belebend, erfrischend oder
positiv auf die Atemwege. Der Psychologe und Aromaspezialist
Dwight Hines konnte nachweisen, dass die Kombination
verschiedener Düfte einen „ekstatisch-emotionalen“
Bewusstseinszustand herbeiführen kann.
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Die
"duftenden Seelen der Pflanzen" werden als feinstoffliche
Verdünnung auch in der Blüten-Therapie eingesetzt (z.B. nach
Bach), um die Harmonie zwischen Seele und Körper wieder
herzustellen.
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Die
Ägypter verwendeten die ätherischen Stoffe Thymol und Carvacrol
aus dem Thymian wegen ihrer antibakteriellen und pilztötenden
Wirkung zur Konservierung von Mumien.
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Wissenschaftler
aus Frankreich haben entdeckt, dass Keime auch dann noch
empfindlich auf ätherische Öle reagieren, wenn diese gegenüber
Antibiotika resistent wurden.
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