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In tierischen Produkten finden sich
die höchsten Konzentrationen an langkettig gesättigten Fettsäuren,
die laut Aussagen von Ernährungsexperten die körpereigene
Cholesterinsynthese stimulieren und die Triglyceridwerte erhöhen.
Um möglichen Krankheitsgefahren zu
entgehen wird deshalb empfohlen:
-
den Fleischgenuss zu reduzieren
-
alles sichtbare
Fett abzuschneiden
-
auf fettarme
Fleischsorten umzusteigen
Muss man aber wirklich wegen des
Fettgehalts tierische Produkte meiden, wie es die landläufige
Meinung ist? Geht es allein um die Fettsäurenzusammensetzung,
erscheint diese Empfehlung fraglich, denn es stimmt nicht, dass
bei Fleisch die ungeliebten gesättigten Fettsäuren überwiegen.
Auch hier gilt: Je natürlicher ein Produkt ist, desto gesünder
ist in der Regel auch die Fettsäurenzusammensetzung. Fleisch hat
im Durchschnitt pro 100g zwar 5,8g gesättigte Fettsäuren, aber
auch 6,7g einfach ungesättigte und 0,5g mehrfach ungesättigte.
Unter dem Strich sind also einfach ungesättigte Fettsäuren, aus
denen Olivenöl hauptsächlich besteht, am meisten vertreten.
„Das Fett im Essen erhöht das Fett
im Blut (den Cholesterinspiegel); und viel Fett im Blut macht
die Adern kaputt (Arteriosklerose); und Arteriosklerose macht
irgendwann Herzinfarkt. Doch dann höre ich von den afrikanischen
Massai: Die essen so viel Fett wie wahrscheinlich kein Volk
sonst in der Welt (60 Prozent Fettkalorien) und leiden viel
seltener an Arteriosklerose als all die fettarmen Joghurt
löffelnden Amerikaner.“
Quelle: Chrismon, evangelisches
Online-Magazin, „Das Fett bleibt dran!“,
Wissenschaftsredakteurin Christine Holch.
Fettreicher
Schweinebauch hat folgende Fettzusammensetzung (alle Angaben pro
100g):
Langkettig ungesättigte Fettsäuren:
300mg Mysterinsäure (14:0), 5,01g Palmitinsäure (16:0) 3,69g
Stearinsäure (18:0), 55mg Arachinsäure (20:0). Gesamt: 9,06g
Einfach ungesättigte Fettsäuren:
370mg Palmitoleinsäure (16:1), 9,16g Ölsäure (18:1), 250mg
Eicosensäure (20:1).
Gesamt: 9,78g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren:
950mg Linolsäure (18:2),
71mg Linolensäure (18:3). Gesamt: 1,02g
Lässt man die gesättigte
Stearinsäure (18:0), die sich neutral auf den Cholesterinspiegel
auswirkt unberücksichtigt, hat der Schweinebauch folgendes
Fettsäurenverhältnis:
-
5,37g gesättigte Fettsäuren
-
9,78g einfach ungesättigte Fettsäuren
-
1,02g mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Untersuchungen haben gezeigt, dass die
Verteilung der Fettsäuren sich nochmals verbessert, wenn die
Tiere nicht mit Fertigfutter gefüttert werden, sondern Zugang zu
frischem Grünfutter haben. Dann steigt der Anteil an mehrfach
ungesättigten Fettsäuren.
Aber auch bei Stallhaltung hat der Schweinebauch
erstaunlicherweise (ohne die neutrale Stearinsäure) ca. doppelt
soviel ungesättigte Fettsäuren wie gesättigte, die nach allen
wissenschaftlichen Erkenntnissen die Konzentration an
"schlechtem" Cholesterin im Blut senken. Dies ist kein
Einzelfall, sondern bei Fleisch die Regel. Diese differenzierte
Unterscheidung ist im Ernährungsalltag aber nicht Praxis. Wohl
darum, weil die Aufklärung zu einer erheblichen Verwirrung
beitragen würde und einmal gefasste Ernährungsempfehlungen, wenn
überhaupt, nur äußerst zögerlich korrigiert werden.
Dies bedeutet nicht, dass der Verzehr von tierischen Produkten
keine Probleme im Bereich der Ethik, Gesundheit und des Umwelt-
und Tierschutzes aufwirft.
Das
Fettsäurenmuster von Fleisch
Tabelle:
(PDF)
(HTML)
Welche Rolle spielt die Fettmenge
bei Fleisch?
Tabelle:
(PDF)
(HTML)
Diese Zahlen gehen natürlich etwas an der
Realität vorbei, da Fleisch in der Regel paniert, gebraten oder
frittiert wird. Wer Fleisch allerdings mit dem
Stuplich-Topf
gart, muss nicht nur kaum zusätzliches Fett verwenden, das
Fleisch wird auch zu keinem Zeitpunkt überhitzt und ist
außerordentlich geschmackvoll.
Erst wenn Fleisch weiterverarbeitet
wird, spielt auch die Fettmenge und vor allem die Fettqualität
eine Rolle
Der
kommerzielle Faktor spielt in der heutigen Ernährung eine
übergeordnete Rolle. Statt naturbelassener Fette werden immer
mehr technisch intensiv veränderte Fette in die Produkte
eingearbeitet (sowohl in tierische wie in pflanzliche). Es
verändert sich dadurch nicht nur die Fettstruktur - das Fett
verliert auch seine Mikronährstoffe. Es ist „totes“ Fett, welches
aufwendig verstoffwechselt werden muss und die körpereigenen
Vitalstoff- und Enzymdepots leert. Fehlen diese
„Aufräumer und Umwandler“
nach jahrelanger Fehlernährung, bricht schließlich der
Fettstoffwechsel langsam aber sicher zusammen.
Zusätzlich werden immer mehr
Zusatzstoffe in Lebensmitteln und Fertigkostgerichten verarbeit.
Glutamat ist der weltweit am
häufigsten gebrauchte Geschmacksverstärker und intensiviert auch
das Aroma von Wurstwaren und anderen Tiererzeugnissen. Dazu der
Alzheimerforscher Professor Konrad Beyreuther aus Heidelberg, in
einem Beitrag der vom SWR-Fernsehen ausgestrahlten wurde: „Zu
viel Glutamat bringt uns um den Verstand.“ Er sieht einen engen
Zusammenhang zwischen den weltweit zunehmenden chronischen
Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer, Parkinson und Multiple
Sklerose und der Tatsache, dass sich die Produktion von Glutamat
in den letzten 30 Jahren mehr als verfünffacht hat (von 262 000
Tonnen 1976 auf 1,5 Millionen Tonnen 2003).
Kennzeichnung:
E 620 = Glutaminsaeure, E 621 =
Natriumglutamat, E 622 = Kaliumglutamat, E 623 = Kalziumglutamat,
E 624 = Magnesiumglutamat, E 625 = Ammoniumglutamat
Phosphate sind ein weiterer
Zusatzstoff, der buchstäblich auf die „Nerven schlägt“. Wenn das
Fleisch nach der Schlachtung abkühlt, vermindert sich die
Fähigkeit von Fleischeiweiß Wasser zu binden. Phosphate erhöhen
die Wasserbindefähigkeit wieder, stehen aber auch im Verdacht
Hyperaktivität und allgemeine Unruhe auslösen zu können.
Kennzeichnung:
Orthophosphorsaeure (E 338), Natrium-Orthophosphorsaeure (E 339),
Kalium-Ortophosphorsaeure (E 340), Calcium-Ortophsphorsaeure (E
341), Magnesium-Ortophosphorsaeure (E 343), Diphosphate (E 450a),
Triphosphate (E 450b), Polyphosphate (E 450c),
Dicalciumdiphosphat (E 540), Calciumnatriumpolyphosphat (E 543),
Calciumpolyphosphat (E 544)
Nahezu allen
Wurstwaren (ca. 90%) wird Nitrat
und/oder Nitritpökelsalz zugesetzt. Die Pökelstoffe
erhöhen die Haltbarkeit der Wurst und erzeugen das typische
Pökelaroma. Der eigentliche Grund der Zugabe ist aber, dass sie
den Muskelfarbstoff Myoglobin, der beim Erhitzen von Fleisch
seine rote Farbe verliert, wieder stabilisieren (umrötet das
Fleisch). Ohne Nitrat oder Nitrit würden die Fleischerzeugnisse
grau bis bräunlich aussehen (ähnlich der Leberwurst). Dies wäre
kein Qualitätsverlust oder Zeichen für Verderb, wird aber von den
meisten Kunden als solcher gewertet. Das Problematische an Nitrat
(wird im menschlichen Organismus zu Nitrit /
Nitrosamine umgewandelt) und Nitrit ist, dass es als
starkes Zellgift wirken kann. Dadurch tötet es zwar unerwünschte
Keime ab, kann aber auch akute und schleichende
Gesundheitsschädigungen auslösen.
Bekannte Nebenwirkungen sind:
-
die Blausucht oder Säuglingsblausucht mit
akuter Erstickungsgefahr des Säugling, da Nitrit den
Sauerstofftransport behindert
-
Jodmangelkrankheit da Nitrat die
Jodaufnahme der Schilddrüse erschwert
-
Nitrit wird zum Teil im menschlichen
Körper zu stark krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt
Kennzeichnung:
Kaliumnitrit (E 249), Natriumnitrit (E 250), Natriumnitrat (E
251), Kaliumnitrat (E 252) behandelt.
Zusatzstoffe
„Wir essen pro Jahr rund 18.8 kg
Zusatzstoffe - dagegen aber nur 16,6 kg Bananen und 11 kg
Tomaten! Wissenschaftliche Forschungen gehen heute davon aus,
dass Konzentrations- und Lernstörungen bei Kindern, aggressives
Verhalten, Übergewicht und andere Zivilisationserscheinungen zu
einem guten Teil diesen Zusatzstoffen zugeschrieben werden
müssen. Werden verhaltensauffällige Kinder ohne Farb- und
Aromastoffe, ohne Geschmackverstärker und Konservierungsmittel
über längere Zeit ernährt, vermindern sich diese
Verhaltensmuster auffällig.“
Quelle:
SWR.de, Onlinetext zu
der Fernsehreihe
„Praxis
Dr. Weiss“ über Zusatzstoffe, ausgestrahlt am
26.02.2004
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