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Die Bedeutung der Fettsäuren für das Gehirn und die Nerven

Während das Kohlenhydrat Glucose der wichtigste Energielieferant ist, sind die ungesättigten Fettsäuren der Omega-3 und Omega-6 Gruppe die wichtigsten Baustoffe für Gehirn und Zellmembranen.

Sind nicht genügend dieser Fettsäuren vorhanden führt dies:

  • beim Embryo zu Entwicklungsschäden
     

  • bei Kindern und Erwachsenen zu mentalen und neurologischen Störungen wie Depressionen, Gemütserkrankungen, Hyperaktivität, Autismus, Legasthenie, Aufmerksamkeitsdefizite, aggressives Verhalten
     

  •  im hohen Alter zu Alzheimer, Parkinson und Senilität

Ein Teil dieser Erkrankungen sind sicherlich rein seelisch Natur oder durch Stress bedingt. Dass aber auch die Ernährung unser Verhalten beeinflusst, haben Oxforder Wissenschaftler der Organisation "Natural Justice" nachgewiesen. Sie gaben jedem zweiten Insassen einer Jugendstrafanstalt einen Mix aus Vitaminen, Spurenelementen und essenziellen Fettsäuren. Die andere Hälfte erhielt ein Placebo. Nach neun Monaten konnten die Wissenschaftler feststellen, dass es in der Vitalstoff-Gruppe deutlich weniger Tätlichkeiten und Verstöße gegen die Haftordnung gab. Eine andere Studie beschäftigte sich mit Aufmerksamkeitsstörungen und Lernschwäche von 41 Acht- bis Zwölfjährigen in England. Nach einer Diät von nur 12 Wochen, in denen vermehrt ungesättigte Fettsäuren verzehrt wurden, verbesserte sich auffällig sowohl Leistung wie Verhalten der Schüler.

Wenn man die Bedeutung der Omege-3 Fettsäuren auf das Trio Gehirn, Nerven und seelisch-geistige Funktionen erkennt und noch die entzündungshemmenden und hormonregulierenden Eigenschaften hinzurechnet, so wird einem auch klar, dass viele Erkrankungen in diesem Bereich als Ursache einen Mangel an dieser essentiellen Fettsäure haben. Auch hier gibt es mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen, dass Omega-3 Fettsäuren z.B. die Nervenzerstörung im Gehirn von Alzheimer-Patienten verlangsamen und Entzündungsprozesse bei Multipler Sklerose bzw. Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern bessern können. Sind genügend Omega-3 Fettsäuren vorhanden, steigt auch die Grenze, an dem Stress zur Belastung wird, die Neigung zu Depressionen und aggressive Reaktionen fällt, emotionale Belastungen können weniger zu einer Gesundheitsgefahr werden.

Dies trifft auch für Krankheiten zu, bei denen der psychische Anteil einer Krankheit weitgehendst ignoriert wird (zumindest in der Schulmedizin).
Das Herz bringen z.B. emotionale Belastungen und Arbeitsstress genauso zum „rasen“ wie die allgemein bekannten Risikofaktoren Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, falsche Ernährung oder Bewegungsmangel.

Nach dem Psychokardiologen Christoph Herrmann-Lingen von der Universität Göttingen, liegen die psychosozialen Faktoren auf Platz drei der Liste der Infarktrisiken. Wenn man bedenkt, dass in Deutschland jährlich 274.000 Menschen einen Infarkt erleiden und 174.000 daran sterben, ist das ein beträchtlicher Anteil.

http://www.durhamtrial.org/

"Da die Membranen unserer Nervenzellen im Gehirn zu einem Fünftel aus essentiellen Fettsäuren bestehen", sagt Hibbeln, "funktioniert der Signaltransport nur dann wie geschmiert", wenn Omega-3 und Omega-6 in der richtigen Kombination vorkommen. Und eine Omega-3-arme Ernährung geht zudem mit einer geringen Produktion des Neurotransmitters Serotonin einher. Niedrige Serotonin-Konzentrationen sind aber für schwere Niedergeschlagenheit typisch“.

 

Quelle: GEO Wissen  09/03, „Gefährliche Mahlzeiten“ von

Joseph Hibbeln, Biochemiker und Psychiater der amerikanischen Gesundheitsbehörde "National Institutes of Health" in Washington

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