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Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren ist entscheidend für unsere Gesundheit
Mehrfach ungesättigt, essentiell
und doch nicht gesund?
Mehrfach ungesättigt, essentiell
und doch nicht gesund? So kann auch eine ungünstige Kombination der Nahrungsfette, wie sie für unsere Ernährung typisch ist, auch bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Während das Verhältnis der essentiellen Omega-6- zu Omega-3 Fettsäuren in der Nahrung unserer Vorfahren noch bei 3-2:1 betrug, liegt der Anteil heute in der Deutschland, Schweiz, Österreich und in den USA bei ca. 15-20:1. Die folgende Tabelle basiert auf dem Nahrungsangebot, als noch kein Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben wurde, also vor 10 000 Jahren und davor. Ausgewählt wurden ausschließlich Lebensmittel heimischer Tiere und Pflanzen aus dem mitteleuropäischen Raum. Abk.: Fett = Gesamtfettgehalt, 18:2 = Linolsäure (Omega 6), 18:3 Linolensäure (Omega 3)
Quelle: Daten zusammengestellt nach dem Ernährungs-Informations-System der Uni Hohenheim auf Basis des Bundeslebensmittelschlüssels. Berücksichtigt wurden Lebensmittel mit einem Anteil von ≥ 0,1g. Quelle: Daten zusammengestellt nach dem Ernährungs-Informations-System der Uni Hohenheim auf Basis des Bundeslebensmittelschlüssels. Berücksichtigt wurden Lebensmittel mit einem Anteil von ≥ 0,1g. Stellt man die Omega 6- den Omega 3 Fettsäuren gegenüber, kann das Verhältnis bei einem hohen Anteil an fetthaltigen Nüssen 5:1 betragen haben, wahrscheinlicher ist aber, ►dass es zwischen 2-3:1 gelegen hat. Dazu im Vergleich 159 typische Gerichte der mitteleuropäischen Küche Tabelle mit sämtlichen Nährstoffen: (PDF) Woher kommt die Dominanz der Omega-6 Fettsäuren?
Öle mit einem schlechten Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis
Öle mit einem guten Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis
Hanföl hat gleichzeitig ein gutes Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis und einen hohen Omega-Gehalt
Leinöl hat den höchsten Omega-3 Gehalt aller Speiseöle
Wichtig: Durch die einseitige Zufuhr von Omega-6 Fettsäuren werden vermehrt Hormone vom Typ Eicosanoide 2 und 4 produziert und gleichzeitig die Umwandlung von Omega-3 Eicosanoide blockiert. In den hohen Mengen, die heute durchschnittlich verzehrt werden, sind Omega-6 Fettsäuren nicht nur absolut schädlich (z.B. entzündungsfördernd), sie unterdrücken auch die lebenswichtigen Aufgaben der Omega-3 Fettsäuren. Die Folgen können u.a. sein: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Arthritis, Multiple Sklerose, Allergien, Morbus Bechterew, Hautentzündungen, Verringerung des herzschützenden HDL-Cholesterins, Ekzeme oder Psoriasis.
Aber: Es wäre völlig falsch zu empfehlen, die Gesamtfettzufuhr drastisch zu reduzieren oder die Omega-6 Fettsäuren vollkommen zu meiden. Wenn unser Trinkwasser plötzlich durch Giftstoffe ungenießbar wäre, würden wir ja auch nicht aufhören zu trinken, sondern würden uns nach einer gesunden Quelle umsehen. Auch darf man nicht vergessen, dass die Linolsäure eine essentielle Fettsäure ist. Mangel an essentiellen Omega-6-Fettsäuren führt zu
Quelle: Dr.-Ing. Matthias Weisser nach Udo Erasmus, mweisser.50g.com
►Hormone, die aus den Omega-6 Fettsäuren gebildet werden, fördern entzündliche Erkrankungen
Wie die Fettsäuren, kann man auch die Hormone nicht in "gut" oder
"schlecht" für die Gesundheit einordnen, sondern nur in einem
„ausgewogenen“ und „nicht ausgewogenen“ Verhältnis. Hormone sind
körpereigene Informationsübermittler, die sich als Partner im Auf-
und Abbau gegenseitig regulieren. Insulin ist z.B. das
blutzuckersenkende Hormon, der Gegenspieler ist Glucagon, der den
Blutzuckerspiegel anhebt. „Genetisch vorgegeben und daher optimal wäre ein Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis wie 2-3:1. Unsere aktuell massiv getreidebetonte Ernährung (Getreide-Einsatz auch als Mastfutter für Geflügel, Stalltiere & Zuchtfisch-Betriebe) hat dieses Verhältnis mittlerweile auf sage & schreibe 25:1 hochgetrieben, zugunsten von Omega-6-Fettsäuren. Mit allen negativen und ungesunden Konsequenzen für uns Menschen. Ich bin daher manchmal und nicht von ungefähr versucht, etwas sarkastisch zu formulieren "unseren täglichen Tod gib uns heute".
Quelle: Sportarzt Dr. med. Rudolf Ziegler,„Fisch- & Nuss-Kost“, Laufreport.de
Omega-6 Fettsäuren werden zu Prostaglandin- und Leukotrienhormonen verstoffwechselt
Wichtig:
Hormone gleicher Gattung aber unterschiedlicher Serie beeinflussen
sich gegenseitig. Hormone der Serie 2 und 4 aus den Omega-6 Fettsäuren (Linolsäure und Arachidonsäure) fördern eher Entzündungen. Dies ist u.a. sehr wichtig für ein intaktes und gut reagierendes Immunsystem. Im positiven Sinne setzen diese Hormone z.B. kurzzeitige entzündliche Prozesse in Gang, die wie das Fieber wichtig sind, um krankhafte Einflüsse abzuwehren. Der Nachteil: Diese Schutzreaktion verläuft nicht immer ohne Probleme.
Positive und negative Auswirkungen der Omega-6 Fettsäuren
Hormone der Serie 1 aus den Omega-9 Fettsäuren (Ölsäure) und vor allem der Serie 5 (Omega-3 Fettsäuren) mindern eher Entzündungen. |
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Zuviel Eicosanoide 2 und 4 den Omega-6 Fettsäuren fördern: |
Eicosanoide 3 und 5 aus der Omega-3 Fettsäuren senken oder hemmen: |
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Plaquebildung (Sklerose) |
Plaquebildung (Sklerose) |
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Immundepression (Krebs) |
Immundepression (Krebs) |
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Blutgerinnung (Thrombose) |
Blutgerinnung (Thrombose) |
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Entzündungen (Arthritis) |
Entzündungen (Arthritis) |
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Histamine (Allergien) |
Histamine (Allergien) |
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Gefäßverengung (Blutdruck) |
Gefäßverengung (Blutdruck) |
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Hypertension (Bluthochdruck) |
Hypertension (Bluthochdruck) |
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Autoimmunreaktionen ( Arthritis) |
Autoimmunreaktionen (Arthritis) |
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Insulin-Überproduktion (Diabetes) |
Insulin-Überproduktion (Diabetes) |
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Verengung der Bronchien (Asthma) |
Verengung der Bronchien (Asthma) |
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Unterdrückung der Neurotransmitter (Schmerz) |
Unterdrückung der Neurotransmitter (Schmerz) |
Tabelle modifiziert nach „natural eating“, Geoff Bond, 2001, Beustverlag
Die unterschiedlichen Fettsäurearten konkurrieren nicht nur auf Hormonebene, sondern auch auf der Enzymebene
Die Enzyme wie z.B. Delta-6-desaturase, Elongase oder Delta-5-desaturase wandeln die Fettsäuren in höher ungesättigte um, indem sie weitere Doppelbindungen einfügen oder ihre Ketten verlängern. ►Leider hat die Natur für die Umwandlung nicht für jede Fettsäurenart einen eigenen Spezialisten entwickelt.
Stufe um Stufe benötigen wir also Enzyme für die Umwandlung der Fettsäuren. Eine solche Kette von Reaktionen (Enzymkaskade) ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. ►Ist nur ein Enzym nicht ausreichend vorhanden, ist der Ablauf beeinträchtigt oder bricht sogar völlig zusammen. Da sich die unterschiedlichen Fettsäuren die Enzyme teilen müssen, kann immer dann ein Engpass entstehen, wenn eine Fettsäurenart über einen längeren Zeitraum dominiert, wie es häufig bei den Omega-6 Fettsäuren der Fall ist.
Durch
Omega-3 Fettsäuren zu einem gesunden Gleichgewicht
Da die meisten Menschen an einem Mangel an Omega-3 Fettsäuren
leiden, sollten diese vermehrt zugeführt werden. Sie sind die
Spezialisten mit den besten Erfolgsaussichten, wenn es darum geht,
die negativen Auswirkungen an Omega-6 Fettsäuren zu stoppen und
die zu hohen Konzentrationen aus den Geweben zu ver-drängen.
Vermehrt sollten verzehrt werden:
Omega-3-haltige Speiseöle.
Grüne Algen, Wildpflanzen und –kräuter
enthalten ebenfalls die gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren.
Fleisch, Käse und Milch von
Weidetieren sowie Wildfleisch haben ca. 3-4 mal soviel Omega-3
Fettsäuren wie Produkte aus Stalltieren. Je höher der Anteil an
grünem Futter ist, desto mehr Omega-3 ist enthalten. Das gleiche
gilt für Geflügel, das mit Leinsamen gefüttert wird. Abträglich
sind hohe Temperaturen. Je höher Fleisch oder Fisch (z.B. durch
frittieren) erhitzt wird, desto mehr gehen die positiven
Eigenschaften der Fettsäuren verloren oder sie werden sogar
gesundheitsschädlich.
Wild lebende Fische sind den Zuchtfischen vorzuziehen, da diese häufig mit Omega-6-haltigen Getreidesorten gefüttert werden. Bei Meeresfischen ist zu beachten, dass diese hochgradig mit Giftstoffen belastet sind. Süßwasserfi-sche aus kalten Gewässern (z.B. Bergseen und -bäche) haben ähnlich hohe Gehalte an Omega-3 Fettsäuren wie Meeresfische, sind aber wesentlich weniger belastet.
© 2010 Claus Barta
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