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Ölpressung ohne
Sauerstoff,
Licht und
Hitze

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Kaltgepresst – ein Begriff, der für besonders hohe Güte steht?

Erster Kritikpunkt: Kaltgepresst bedeutet nicht gleichzeitig niedrige Presstemperaturen.


Die Kaltpressung ist das traditionelle und das beste Verfahren, um die Qualität des Öls zu erhalten,  da beim Pressvorgang keine Hitze von außen zugeführt wird. Dies ist aber dennoch keine Gewähr für ein besonders schonendes Verfahren. Erhöht man durch stärkeres Pressen den Druck auf 1600-3000 bar, so steigt die Temperatur auf 50-170° Celsius. Als Vergleich: Bei diesen Temperaturen kocht und verdampft das Wasser und niemand würde auf die Idee kommen, dies als „Kalt“ zu bezeichnen. Das kümmert die meisten Firmen nicht, da den Hersteller die Ausbeute interessiert, nicht unsere Gesundheit.

Begriffe wie die  „Kaltpressung“ oder „Erste Kaltpressung“ sind deshalb in vielen Fällen ein irreführender Begriff.

 

Zweiter Kritikpunkt:  Die Bezeichnung „kaltgepresst“ ist keine geschützte und klar definierte Qualitätsbezeichnung.

 

Die rechtlichen Vorschriften und Voraussetzung für das Herstellen und Inverkehrbringen von Speiseölen wird durch das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) geregelt.

Aus den Leitsätzen für Speisefette und Speiseöle:

„Wird die Bezeichnung nativ bei pflanzlichen Speiseölen durch die Bezeichnung kaltgepresst oder aus erster Pressung ergänzt, so werden diese Speiseöle mit besonderer Sorgfalt bei der Auswahl der Rohstoffe durch Pressen ohne Wärmezufuhr unter möglichst schonenden Bedingungen gewonnen“.

 

Begriffe wie „besondere Sorgfalt“ und „unter möglichst schonenden Bedingungen“ lassen natürlich einigen Spielraum zu. Es stellt sich die Frage, warum klar definierte Parameter, wie die maximale Temperatur während der Pressung, Ölablauftemperatur und Pressdruck nicht in die Leitsätze aufgenommen wurden.

 

Häufig wird auch mit der Ölablauftemperatur (Ölauslauftemperatur) oder mit der maximalen Presstemperatur (z.B. „bei max. 40° gepresst“) geworben. Der Messpunkt dafür ist ebenfalls nicht definiert.

 

Mögliche Messpunkte: 

  • im Pressraum gemessen

  • direkt wenn das Öl austritt

  • im Auffangbehälter

Vor allem wenn die Auslauftemperatur im Auffangbehälter gemessen wird, ist das Öl  bereits stark abgekühlt.

Dritter Kritikpunkt: Kaltgepresst bedeutet nicht, dass das Öl unraffiniert ist.

Auch nach der Kaltpressung kann das Öl noch Raffinationsschritten unterworfen sein und selbst wenn das Öl als „kaltgrepresst und unraffiniert“ angeboten wird, ist das keine Garantie für ein besonders hochwertiges Öl.

Leider gibt es eine Ausnahme, die nicht deklarationspflichtig ist. Die Behandlung mit heißem Wasserdampf ist nach dem Lebensmittelgesetz erlaubt, so dass „echte“ kaltgepresste und unraffinierte Öle auf dem Markt eher die Ausnahme sind, als die Regel.

Aus den Leitsätzen für Speisefette und Speiseöle:

„Nicht raffinierte Speisefette und -öle werden durch Ausschmelzen oder schonende mechanische Verfahren wie Pressen oder Zentrifugieren gewonnen. Sie können gewaschen und/oder mit Wasserdampf behandelt, getrocknet und filtriert oder zentrifugiert sein. Sie sind jedoch weder entsäuert noch gebleicht oder desodoriert“.

Wer die Raffination ablehnt, kommt an nativen Ölen aus Bio-Anbau nicht vorbei oder er kennt die Produktionsverfahren des Herstellers. 

Vierter Kritikpunkt: Kaltgepresst und unraffiniert bedeutet nicht, dass in dem Öl keine ungesunden und leicht verderblichen Inhaltsstoffe enthalten sind.

 

Die Verarbeitung ist zwar ein wichtiger Eckpunkt für die Erhaltung der wertvollen Inhaltsstoffe, das Öl aber selbst kann immer nur so gut sein, wie die Pflanzenstoffe aus denen man sie gewinnt.

 

Daraus ergeben sich vor allem zwei Probleme:

 

a)   Fettmoleküle haben die Eigenschaft, Umweltgiftstoffe und Chemikalien aus Pflanzenschutzmitteln und Klärschlämmen zu binden

 

Viele Umweltgiftstoffe sind fettlöslich (lipophil), das heißt sie können sehr leicht in die Fetttröpfchen von Pflanzen, wie auch von Menschen eindringen und gehen mit ihnen eine stabile Verbindung ein. Deshalb sind Menschen mit viel Übergewicht, in den meisten Fällen mit einer höheren Menge an Giftstoffen belastet, wie schlanke. Die regelmäßige Reinigung des Organismus ist deshalb lebenswichtig, aber auch nicht unproblematisch.

 

Besonders bei einer schnellen Gewichtsabnahme, werden durch den Fettabbau zwangsläufig hohen Mengen Giftstoffe freigesetzt, die den Körper erheblich belasten können. Die Selbstvergiftung (Auto-Intoxikation) kann in seltenen Fällen sogar tödlich enden.

 

Man hat man beobachtet, dass sie (Zugvögel) während des Fluges auf halber Strecke häufig abstürzen und tot am Boden liegen bleiben. Wenn man sie untersucht, dann stellt man fest, dass sie vollständig vergiftet sind. Sie sind voll mit Herbiziden, Fungiziden, Pestiziden und ähnlichen Stoffen aus der Landwirtschaft oder auch mit Schwermetallen. Diese Vögel fliegen mit prallen Fettzellen los. In diesen Fettzellen sind die Gifte gut verdünnt und weggesteckt. Die Vögel können damit umgehen. Aber wenn dann während des Fluges dieses Fett verbraucht wird, dann werden die Gifte frei und schädigen das Nervensystem. Die Vögel stürzen ab. Sie sterben ... So kann es Fettleibigen gehen, wenn sie in Notzeiten unkontrolliert Fasten müssen. Lassen Sie es gar nicht erst dazu kommen! Entgiften Sie systematisch und kontrolliert, bevor es zu spät ist!

 

Quelle: Dr. Otfried D. Weise, „Die Ursachen von Cellulite und deren Behandlung“, gesundheitstrends.de

 

Wichtig: Da Speiseöle und -fette die Umweltgiftstoffe förmlich aufsaugen, sollten so weit wie möglich Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau verwendet werden.

 

b)  Nur durch einwandfreie Rohware lässt sich ein hoher Anteil an freien Fettsäuren vermeiden

 

Durch die Spaltung von Triglyceriden in Glycerin und Fettsäuren werden freie Fettsäuren gebildet.

 

 

Bei Fruchtfleischfetten wie der Olive, beginnt die Spaltung schon während der Reife. Bei Saatgut und Kernen vor allem nach der Ernte. Beschleuniger dieser Prozesse sind Enzyme, Hitze, Luftsauerstoff, Feuchtigkeit, mikrobielle Belastungen, lange Lagerzeiten und falscher Umgang mit den Ölen. Im Regelfall enthalten kaltgepresste Öle  0,5 – 3% freie Fettsäuren, bei weniger Sorgalt kann der Anteil aber auch 20-30% betragen. Zu erkennen sind Öle, mit einem hohen Anteil an freien Fettsäuren, vor allem durch den ranzigen und kratzigen Geschmack. Die Öle und Fette schmecken dann aber nicht nur unangenehm. Die freien Fettsäuren sind auch besonders oxidationsempfindlich. Bei der Raffination ist diese Gefahr weniger gegeben, da die Entsäuerung einen Großteil der freien Fettsäuren entfernt, weshalb sie auch länger haltbar sind. Kaltgepresste und nicht raffinierte Öle sind deshalb mehr gefährdet und benötigen von der Auswahl der Rohstoffe, über die einzelnen Produktionsschritte, bis zur Lagerung besondere Sorgfalt.

Bei der Kaltpressung zu beachten

  • die Samen, Kerne oder Früchte können schon vor der Pressung erhitzt sein
     

  • der Begriff „kaltgepresst“ ist gesetzlich nicht geschützt. Temperaturen bei der Herstellung von bis zu 170°C sind durch starke Pressen möglich
     

  • die Temperaturangabe am Etikett ist mit Vorsicht zu genießen, da im Pressraum (dort ist es am wärmsten), beim Austritt des Öls oder im Auffangbehälter gemessen werden kann
     

  • das Öl kann durch mehrere mechanische Pressungen gewonnen sein
     

  • auch kaltgepresste Öle können Raffinationsschritten unterworfen sein (muss deklariert werden)
     

  • die Wasserdampfbehandlung muss nicht deklariert werden
     

  • das Öl kann durch mehrere mechanische Pressungen gewonnen sein
     

  • Giftstoffe und freie Fettsäuen können nur durch hochwertige Rohstoffe vermieden werden

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