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Die industrielle Ölherstellung Zu Beginn ein Kapitel, das sehr viel mit Hitze und Chemie zu tun hat.
Die meisten der auf dem Markt befindlichen Öle werden ►mehrmals Temperaturen von 100 bis 280° C ausgesetzt. Dadurch werden Fettsäuren in ihrer Struktur verändert und der Anteil der wertgebenden Fettbegleitstoffe reduziert sich drastisch. Das sind Vitamine E, beta-Carotin, Enzyme, Lecithin, sekundäre Pflanzenstoffe und andere bioaktive Substanzen, denen vielfältige positive Wirkungen zugeschrieben werden.
Zusätzlich
bestimmen immer mehr Lebensmittelchemiker, wie ein Fett auszusehen
hat. Es ist schon bewundernswert, welche Mittel der
Lebensmitteltechnologie heutzutage zur Verfügung stehen, um aus
einem gesunden Lebensmittel ein ungesundes Speiseöl oder ein
völlig denaturiertes Fettprodukt herzustellen.
Grafik zur Ölherstellung
1. Heißpressung
Kern- und Samenöle haben starke Zellwände, die die Ölausbeute bei der Kaltpressung auf etwa 30 - 60 % reduzieren. Das Vorwärmen erleichtert den Austritt des Öls, sodass sich die Ausbeute auf 95-99% erhöht. Die Dauer dieser Prozedur beträgt ca. 1-2 Stunden bei Temperaturen zwischen 80 und 170° Celsius.
2. Das Herauslösen des Öls mit Chemikalien
Diese Prozedur wird sehr oft mit der Kalt- und Heißpressung kombiniert, um dem übrig gebliebenen Presskuchen noch den letzten Rest Öl zu entziehen. Es können aber auch alle üblichen Ölsaaten direkt, also ohne vorherige Pressung, extrahiert werden. ►Auch vermeintlich hochwertige Öle können davon betroffen sein, wenn sich durch die Pressung nur wenig Ausbeute erzielen lässt (z.B. Traubenkernöl). Die Saaten werden zerkleinert oder gemahlen und auf 60 - 70° C erhitzt. Danach werden die Ölbestandteile mit Hilfe chemischer Lösungsmittel, wie n-Hexan oder Leichtbenzin, extrahiert (herausgezogen). Die giftigen Lösungsmittel werden vom Öl getrennt, indem man das Gemisch wieder auf ca. 150° C erhitzt. Auch wenn hierbei die Lösungsmittel verdampfen, Rückstände können dennoch in den Ölen verbleiben und werden bei Untersuchungen auch gefunden.
Aber selbst wenn keine Spuren mehr nachgewiesen werden können, ist das noch lange keine Gewähr dafür, dass die Fettverarbeitung mit chemischen Lösungsmitteln unschädlich ist. In der Homöopathie ist bekannt, dass selbst wenn ein Stoff nicht mehr nachweisbar ist, die positiven aber auch negativen Wirkungen energetisch erhalten bleibt. Außerdem sind Fettsäuren keine tote Materie. Wer vermag schon ausschließen, dass sich gewisse Eigenschaften bereits während des Kontakts verändern. Bei einem Sonnenbrand kann man auch kein Sonnenlicht in den Hautzellen finden - die Auswirkungen sind aber deutlich sichtbar.
Tatsache ist, dass das so gewonnene Öl
Es muss daher durch die Raffination wieder aufgepäppelt werden. 3. Raffination Hinter diesem Begriff verbergen sich eine ganze Reihe weiterer chemo-technischer Verfahren. Diese Verfahren haben vor allem einen Zweck: Ohne Rücksicht auf Verluste wird das Öl für den Handel und die industrielle Weiterverarbeitung optimiert oder wie es in der Nahrungsmittelindustrie liebevoll heißt „veredelt“.
Ziel der Raffination ist ein möglichst reines Öl. Bei dem Prozess werden auch Proteine und DNA zerstört. Aus diesem Grund unterscheiden sich raffinierte Öle aus gentechnisch veränderten Ölsaaten (Soja, Raps, Mais, Baumwollsaat) in der Regel nicht von jenen aus konventionellen Pflanzen.
Quelle: bioSicherheit.de unter dem Stichwort „Raffination“ Lecithin sondert sich bei längerer Lagerung ab, so dass sich das Öl etwas eintrübt. Es wird mit Wasser verrührt und dadurch abgetrennt. Als „Abfallprodukt“ kann es anderweitig verwendet werden. Zum Beispiel als Nahrungsergänzung, um die Funktion des Gehirns und der Nerven zu verbessern oder als Emulgator in der Kosmetikindustrie.
Raffinieren heißt
reinigen. Das nimmt die Industrie wörtlich. Da sich auch Wachse,
Schleimstoffe auf Protein- und Kohlenhydratbasis und weitere
Fettbegleitstoffe auf dem Flaschenboden absetzen können, werden
diese durch Filtration, Zentrifugation und der Zugabe von
Phosphorsäure entfernt.
Durch die Erhitzung und chemischen Belastungen, aber auch durch die Verwendung minderwertiger Rohstoffe entstehen freie Fettsäuren, die unangenehm kratzig schmecken und den Verderb beschleunigen würden. Um dies zu verhindern, ist die Natronlauge hilfreich. Die freien Fettsäuren reagieren mit der Lauge und die entstehende Natriumseife kann als "Soapstock" mit Hilfe von Separatoren abgetrennt werden. Umweltfreundliche Ölmühlen setzen statt der Natronlauge Dampf ein, der bis zu 200° Celsius erhitzt wird. d) Entfärbung (Bleichung)Selbst die wertvollen sekundären Pflanzenfarbstoffe wie Carotine und Chlorophylle gelten als lästig und werden mit Salzsäure vorbehandelter Bleicherde oder mit Aktivkohle bei etwa 110° Celsius gebunden und herausgefiltert. Als Beispiel: Sind im Sonnenblumenöl vor der Bleichung noch 10-20 ppm Chlorophyll enthalten, sind es danach nur noch 0,02 ppm. Dadurch gehen eine ganze Reihe von gesundheitlich positiven Wirkungen verloren, denn Chlorophyll hat antioxidative, antibakterielle, entgiftende und blutbildende Fähigkeiten. e) Desodorierung Das Produkt darf natürlich auch nicht arteigen riechen oder schmecken. Bei Temperaturen von 240°C bis 280°C und einer Erhitzungsdauer von mehreren Stunden trennt heißer Wasserdampf flüchtige Verbindungen von nicht flüchtigen. Das sind Geruchs- und Geschmackstoffe, freie Fettsäuren, aber auch ca. 20% der Tocopherole (Vitamin E), Carotinoide und andere Vitalstoffe. Das Öl ist nun geruchlos, geschmacksneutral und lange haltbar. Jeder der sich näher mit Ölen beschäftigt hat und jede(r) Koch und Köchin weiß, dass selbst spezielle Frittierfette nur Temperaturen bis zu 240 °C vertragen, ohne gesundheitsschädliche Stoffe zu bilden. Einziger positiver Effekt: Durch die thermische Zersetzung werden Peroxide abgebaut, Giftstoffe und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln werden ebenfalls reduziert.
Heißer Dampf
Einige Minuten bei 200° Celsius machen den meisten Ölen nichts aus. Laborversuche mit höheren Temperaturen und länger dauender Hitze ergaben jedoch, dass sich bei aggressiveren Verfahren ein Drittel der alpha-Linolensäure zu trans-Linolensäure umwandelt.
Quelle: „Fett!“, Ulrike Gonder, Hirzel Verlag, 2004, S. 153
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